Eisenmangel

Häufige Fragen

Zum Verständnis der Erkrankung

Ein leichter Eisenmangel ist meist nicht akut gefährlich, sollte aber behandelt werden. Bleibt er länger bestehen, kann er zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, verminderter Leistungsfähigkeit und schließlich zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Besonders bei Kindern, Schwangeren und älteren Menschen kann ein unbehandelter Eisenmangel gesundheitliche Folgen haben.

Ja, denn Eisenmangel entwickelt sich oft schrittweise. Zunächst werden die Eisenspeicher des Körpers geleert, während der Hämoglobin-Wert noch im Normbereich liegt. Erst wenn die Eisenreserven weitgehend aufgebraucht sind, wird die Bildung roter Blutkörperchen beeinträchtigt und der Hämoglobin-Wert sinkt. Deshalb kann bereits ein Eisenmangel bestehen, obwohl noch keine Blutarmut nachweisbar ist.
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Eisenmangel entsteht meist langsam über Wochen oder Monate. Der Körper kann eine Zeit lang auf seine Eisenspeicher zurückgreifen und den Mangel ausgleichen. Dadurch treten Beschwerden oft erst auf, wenn die Reserven weitgehend erschöpft sind. Zudem entwickeln sich die Symptome schleichend, sodass sie häufig zunächst als Stress, Erschöpfung oder normale Alltagsschwankungen wahrgenommen werden.

Zur Diagnostik

Bei Verdacht auf Eisenmangel werden meistens mehrere Blutwerte untersucht, da kein Wert allein sicher zeigt, wie gut der Körper mit Eisen versorgt ist. Ferritin wird als Parameter empfohlen, da er bereits einen Speichereisen-Mangel erfasst.
Folgende Parameter können gemessen werden:

  • Serum-Eisen
  • Ferritin
  • Transferrin
  • TSAT
  • Hämoglobin
  • CRP
  • MCV, MCH

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Wie häufig die Eisenwerte kontrolliert werden sollten, hängt von der Ursache und der Schwere des Eisenmangels ab. Bei einer medikamentösen Behandlung mit Eisenpräparaten erfolgt die erste Kontrolle häufig nach etwa 4 bis 8 Wochen, um zu prüfen, ob die Therapie anschlägt. Nach Normalisierung der Werte können weitere Kontrollen in größeren Abständen sinnvoll sein, insbesondere wenn die Ursache des Eisenmangels weiterhin besteht. Die genauen Kontrollintervalle sollten immer individuell mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Zur Behandlung

Das hängt davon ab, wie ausgeprägt der Eisenmangel ist und welche Ursache er hat. Bei leicht erniedrigten Eisenspeichern kann eine gezielte Ernährungsumstellung helfen. Besteht jedoch bereits ein deutlicher Eisenmangel oder eine Eisenmangelanämie, reicht die Ernährung allein meist nicht aus. In diesen Fällen werden häufig Eisenpräparate benötigt, um die Eisenspeicher wieder aufzufüllen.
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Viele Betroffene bemerken nach einigen Wochen eine Besserung der Symptome. Ein Anstieg des Hämoglobins wird typischerweise innerhalb der ersten Wochen sichtbar. Bis die Eisenspeicher vollständig aufgefüllt sind, können mehrere Monate vergehen. Deshalb sollte die Behandlung auch nach einer Besserung der Beschwerden fortgeführt werden.
Mehr zur Dauer der medikamentösen Eisenbehandlung

In den meisten Fällen muss Eisen nur so lange eingenommen werden, bis der Eisenmangel behoben und die Eisenspeicher wieder aufgefüllt sind. Die ärztliche Leitlinie zur Therapie von Eisenmangel empfiehlt, eine orale Eisentherapie noch mindestens drei Monate nach Normalisierung der Blutwerte fortzuführen. Eine langfristige oder dauerhafte Einnahme ist nur in besonderen Situationen notwendig, wenn die Ursache des Eisenverlusts nicht dauerhaft behoben werden kann.

Eisenpräparate können Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall verursachen. Oft hilft es bereits, auf ein anderes Präparat oder eine andere Dosierung umzusteigen. Wenn verschiedene orale Eisenpräparate nicht vertragen werden oder nicht ausreichend wirken, kann in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt eine Behandlung mit Eiseninfusionen in Betracht gezogen werden.

Ja, Eisen sollte nur eingenommen werden, wenn tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt. Zu viel Eisen kann zu Nebenwirkungen führen und sich im Körper anreichern und schlimmstenfalls Organe schädigen. Deshalb sollten Eisenpräparate nicht dauerhaft oder in hoher Dosierung ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Regelmäßige Kontrollen der Blutwerte helfen dabei, eine Überversorgung zu vermeiden.

Zum Alltag

Das hängt davon ab, wie ausgeprägt der Eisenmangel ist und ob bereits eine Blutarmut vorliegt. Viele Betroffene können ihrem Alltag weiterhin nachgehen. Allerdings können Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, verminderte Belastbarkeit oder Kurzatmigkeit die Leistungsfähigkeit einschränken. Sport ist grundsätzlich möglich, sollte aber an das persönliche Befinden angepasst werden. Bei ausgeprägtem Eisenmangel oder Eisenmangelanämie kann es sinnvoll sein, die Trainingsintensität vorübergehend zu reduzieren, bis sich die Eisenwerte erholt haben.

  • Eisenpräparate möglichst wie empfohlen einnehmen und die Therapie nicht vorzeitig beenden
  • Kontrolltermine wahrnehmen, um den Behandlungserfolg zu überprüfen
  • Auf anhaltende Beschwerden wie starke Müdigkeit, Schwindel oder Luftnot achten und ärztlich abklären lassen
  • Auf eine abwechslungsreiche Ernährung mit einer Kombination aus verschiedenen Eisenquellen achten
  • Vitamin-C-reiche Lebensmittel (Orangensaft, Paprika, Brokkoli) mit eisenhaltigen Mahlzeiten kombinieren
  • Kaffee, schwarzen Tee oder Cola möglichst nicht direkt zu eisenreichen Mahlzeiten konsumieren
  • Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte vor dem Verzehr einweichen, fermentieren oder keimen lassen, um den Phytatgehalt zu reduzieren
  • Nicht nur auf den Eisengehalt eines Lebensmittels achten, sondern auch auf die Bioverfügbarkeit und die Kombination der einzelnen Lebensmittel

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Zu besonderen Situationen

Während der Schwangerschaft verdoppelt sich der Eisenbedarf auf ca. 30 mg/Tag, da zusätzlich das heranwachsende Kind, die Plazenta und das erhöhte Blutvolumen der Mutter versorgt werden müssen.
Ein unbehandelter Eisenmangel kann:

  • Müdigkeit und Erschöpfung verstärken,
  • das Risiko für eine Eisenmangelanämie erhöhen,
  • mit einem erhöhten Risiko für eine Frühgeburt und ein niedriges Geburtsgewicht verbunden sein.

Deshalb werden die Eisenwerte während der Schwangerschaft regelmäßig kontrolliert. Bei nachgewiesenem Eisenmangel kann eine Behandlung mit Eisenpräparaten erforderlich sein.

Die Behandlung richtet sich nach Alter, Ursache und Schweregrad des Eisenmangels. Wichtige Maßnahmen sind:

  • eine altersgerechte, eisenreiche Ernährung,
  • die Kombination eisenhaltiger Mahlzeiten mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln,
  • gegebenenfalls die Gabe von Eisenpräparaten in Form von Tropfen, Saft oder Tabletten.

Besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und Jugendlichen ist eine ausreichende Eisenversorgung wichtig, da Eisen für Wachstum, Blutbildung und die Entwicklung des Nervensystems benötigt wird.
Die Behandlung wird in der Regel über mehrere Wochen bis Monate fortgeführt und durch regelmäßige Kontrollen begleitet, um sicherzustellen, dass sich die Eisenspeicher wieder auffüllen.

Hinweis:

Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt.