Eisenmangel

Wie wird ein ausgeprägter Eisenmangel medikamentös behandelt?

Wenn die Ursache des Eisenmangels nicht beseitigt werden kann und durch eine erhöhte Aufnahme aus der Nahrung der Eisenmangel nicht behoben wird, kann eine zusätzliche Aufnahme von Eisenpräparaten nützlich sein.

Das Ziel der Eisenmangel-Therapie ist, den Eisenspiegel im Körper wieder zu normalisieren.1 Die Therapie besteht aus zwei Maßnahmen, die in der Regel parallel eingeleitet werden:

  • Die Ursache des Eisenmangels wird behoben, etwa indem eine Therapie der Grunderkrankung eingeleitet wird (z.B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen).
  • Eisen wird substituiert, d. h. als Medikament verabreicht.2 Abhängig von der Grunderkrankung kann ein Eisenmangel nach der erfolgreichen Behandlung jedoch erneut auftreten.
Es gibt zwei verschiedene Wege der zusätzlichen Darreichung von Eisen:
Oral3
Über den Mund
Intravenös (i.v.)
Über die Vene

Orale Eisen(II)-Präparate (Fe2+)

 

Orale Eisen(II)-Präparate sind einfach in der Einnahme. Sie stehen als sogenannte Eisensalze zur Verfügung. Diese Präparate finden sehr häufig Anwendung in der Therapie bei Eisenmangel.

Orale Eisen(III)-Präparate (Fe3+)

 

Orale Eisen(III)-Präparate können eine alternative orale Eisentherapie darstellen. Eisen(III) kann über die Nahrung vom Körper normalerweise schlecht aufgenommen werden. Modernere orale Eisen(III)-Präparate machen die Aufnahme über den Darm durch ihre spezielle Struktur möglich. Die Bildung schädigender freier Radikale wird dadurch vermieden.

 

Die Gabe von Eisen über die Vene kommt bei Betroffenen infrage, die orale Eisenpräparate nicht vertragen, deren Eisenwerte einen sehr schnellen Anstieg erfordern oder bei denen die Aufnahme von Eisen über den Darm gestört ist. Zum Beispiel während der akuten Phase einer chronischen Darmerkrankung.

Welche Auswirkungen kann eine medikamentöse Eisenbehandlung haben?

Eisentabletten können bei manchen Menschen Nebenwirkungen hervorrufen, z. B. ein leichtes Unwohlsein im Magen-Darm-Bereich, Übelkeit oder Bauchbeschwerden.4

Tabletten, die zweiwertiges Eisen (Fe2+) enthalten, haben in der Regel eine gute Wirksamkeit. Tabletten mit dreiwertigem Eisen (Fe3+) zeichnen sich durch eine gute Verträglichkeit aus5,6, da das Eisen bis zur Aufnahme im Darm fest gebunden bleibt und so Nebenwirkungen minimiert werden können.

Bei anhaltenden Unverträglichkeiten ist eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sinnvoll. Gemeinsam können verschiedene Möglichkeiten besprochen werden, um die Verträglichkeit zu verbessern, z. B.:4

  • Einnahme jeden zweiten Tag statt täglich
  • Einnahme am Abend vor dem Schlafengehen
  • Einnahme zu den Mahlzeiten (wichtig: Die Aufnahme des Eisens in den Körper ist dabei geringer)
  • Wechsel des Präparats

Solche Anpassungen sollten ärztlich abgeklärt und nicht eigenständig vorgenommen werden.

In der Arztpraxis kann auch bei einem schwerwiegenden Eisenmangel Eisen(III) als Infusion direkt gespritzt werden. Diese Präparate haben eine hohe Konzentration von Eisen, um den Hämoglobinwert schneller ansteigen zu lassen.4

Wie lange dauert eine medikamentöse Eisenbehandlung?

Eine Behandlung mit Eisentabletten kann mehrere Monate dauern. Auch wenn sich die Blutwerte bereits gebessert haben, sollte die Einnahme in der Regel noch weiter fortgesetzt werden, um die Eisenspeicher im Körper wieder vollständig aufzufüllen.4

Regelmäßige Kontrolltermine in der hausärztlichen Praxis und eine zuverlässige Einnahme der Präparate sind dabei entscheidend.

  • Dignass AU et al. J Crohns Colitis. 2015;9:211–22.

  • Preiß JC et al. Z Gastroenterol. 2014;52:1431–84.

  • Farrag K et al. Arzneimitteltherapie 2019; 37:105–112.

  • Hastka J et al. Onkopedia Leitlinie: Eisenmangel und Eisenmangelanämie. 2025.

  • Schmidt C et al. Aliment Pharmacol Ther. 2016;44:259–70.

  • Gasche C et al. Inflamm Bowel Dis. 2015;21:579–88.

Hinweis:

Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt.