Maligne Hyperthermie

Leben mit Maligner Hyperthermie

Mögliche Auswirkungen eines MH-Risikos auf Alltag, Sport, Reisen, Familienplanung, geplante Operationen

Alltag:

Ein Leben mit Maligner Hyperthermie ist ohne jegliche Probleme möglich, da ohne Triggersubstanzen keine Symptome auftreten. Tragen Sie einen MH-Hinweis (Karte/Notiz oder im Smartphone) bei sich. Informieren Sie medizinisches Personal vor jeder Narkose oder Sedierung.

Sport & Hitze:

Normale Aktivität ist möglich; vermeiden Sie Überhitzung; trinken Sie ausreichend; suchen Sie bei heftigem Unwohlsein ärztliche Abklärung.

Reisen:

Führen Sie einen ärztlichen Kurzausweis (de/en) mit; recherchieren Sie im Vorfeld Kliniken, falls ein ungeplanter Eingriff notwendig wäre.

Familienplanung:

Thematisieren Sie die Möglichkeit der Vererbung; veranlassen Sie eine genetische Beratung.

Geplante Operationen:

Das Risiko einer Komplikation ist gering und die Prognose sehr gut, wenn Teams informiert sind und ein Notfallmedikament verfügbar ist – planen Sie Eingriffe mit einem vorbereiteten Zentrum.

Checkliste für Patient:innen (vor dem Aufklärungsgespräch)

  • Notieren Sie auffällige Ereignisse bei früheren Narkosen (Datum/Klinik/Symptome)
  • Aktuelle Gesundheit & Medikamente: vollständige Arzneimittelliste (auch gelegentlich eingenommene und frei verkäufliche Medikamente), Allergien/Unverträglichkeiten, Nahrungsergänzungsmittel
  • Dokumente: MH-Notfallausweis, Arztbriefe (falls vorhanden), Kontaktdaten behandelnder Fachstellen
  • Organisieren Sie eine Begleitperson für den Entlassungstag bei ambulanter OP
  • Bringen Sie vorhandene Befunde (Genetik, Muskelbiopsie) mit

Vor der Narkose: Vorbereitung, Checklisten, Risikoabklärung

Gute Vorbereitung erhöht die Sicherheit. Besprechen Sie sich vorab mit Ihrem Anästhesieteam.

Die folgende Checkliste kann Sie dabei unterstützen:

Was passiert, wenn eine Maligne Hyperthermie auftritt?

Sollte im Verlauf der OP Maligne Hyperthermie auftreten, weiß das Behandlungsteam genau, was zu tun ist.

  • Trigger (inhalative Anästhesie) sofort stoppen; hohe Sauerstoffzufuhr (100 % O₂)
  • Umstellung auf intravenöse Anästhesie und nach Möglichkeit die Operation rasch zu Ende bringen
  • Notfallmedikament geben (Initialdosis), Reaktion darauf prüfen und wiederholen
  • Aktives Kühlen des Körpers (Eiskompressen, Kühldecken, gekühlte Infusionen)
  • Überprüfung von: Elektrolyte, Säure‑Basen‑Haushalt, Blutgerinnung, Laktat (Azidose), Marker für Muskelschäden (CK)
  • Komplikationen behandeln: zu hohe Kalium-Blutwerte (Hyperkaliämie), Muskelzerfall (Rhabdomyolyse)
  • Engmaschige Überwachung: Verlegung/Weiterbehandlung auf Intensivstation

Hinweis:

Diese Informationen ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihre behandelnde Klinik oder ein MH‑Zentrum.